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Piercings

 

Kleine Geschichte des Piercings

Das traditionelle Piercing

Wie die Tätowierung hat das Piercing bei den Naturvölkern eine lange Tradition. In antiken Grabkammern der Inkas in Peru, der Azteken und der Mayas in Mexiko, sowie in Asien und im Südseeraum wurden gepiercte Skulpturen und Masken gefunden. Die im Pazifik beheimateten Papua wollen durch Piercings Kraft, Mut und Schnelligkeit der Tiere bekommen. Solche Traditionen finden sich auch bei afrikanischen Völkern.
Das Piercing war und ist Teil eines Rituals der Eingeborenen, das dem Träger in Alter und Status ausweist. Am Amazonas unterscheiden sich die Sippen und Familien durch Piercings. Bestimmte Stellen und Materialien – wie Elfenbein, Gold, Diamanten und Smaragde – sind bestimmten Sippenmitgliedern vorbehalten, die damit ihren Status kennzeichnen.


Das moderne Piercing

Das moderne „westliche“ Piercing kommt in den 80er Jahren in Mode und hat seine Ursprünge in den USA. Zwar gab es mit The Gauntlet in San-Francisco schon 1976 den ersten modernen Piercing-Shop, die Verbreitung beginnt aber erst Anfang der Achtziger in Kalifornien, als die Bewegung der Modern Primitives, der modernen Wilden, entstand. Die Modern Primitives übernahmen bewusst die bei "wilden" Völkern verbreiteten Bräuche, um den eigenen Körper zu "verschönern": Dazu gehörten vor allem die Tätowierung, das Piercing oder die Narbenbildung (Scarification). In Europa waren Piercings - als absonderlich klassifiziert - lange Zeit ein Aspekt für experimentierfreudigen Sex. Tatsächlich blieben Piercings dem schwulen oder heterosexuellen Sadomasochismus und der Fetischszene vorbehalten. Doch auch die Punk- und die Bikerszene sah in dem Schmuck eine Möglichkeit sich von der Gesellschaft abzuheben und eine Gruppenidentität zu schaffen. In den 90er Jahren schließlich trafen diverse Szenegruppen in Clubs aufeinander, Trends wurden abgeschaut und übernommen. Die Kommerzialisierung der Jugendkultur trug ihren Teil bei und somit wurde das Piercing gesellschaftsfähig.