Jobs Formular Download Kontakt Impressum

Die Pflege Deiner Piercings


Bei jedem Piercing ist die richtige Pflege und Sauberkeit der gepiercten Stelle das wichtigste für eine normale Wundheilung. Ein Piercing ist während der Heilungsphase eine offene Wunde und somit ein Angriffspunkt für Viren und Bakterien. Deswegen solltest Du niemals mit ungewaschenen Händen an Dein frisches (neues) Piercing fassen.

Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, bitte unbedingt folgende Tipps beachten:

Keine Berührung mit schmutzigen Fingern oder Oralkontakt
Keine unnötige Berührung und Bewegungen der frisch gepiercten Stelle
Keine Duschgels oder Seife
Keine Benutzung eines Reinigungsmittels, auf das der Körper negativ reagiert
Schmuck niemals drehen, bevor die Kruste oder Absonderungen nicht entfernt worden sind
Kein Besuch von Schwimmbädern, Solarien und Saunas vor der kompletten Abheilung
Keine fremden Körperflüssigkeiten (Speichel, Sperma, Schweiß)
Keine blutverdünnenden Medikamente ( ASS , Aspirin, usw. ) für etwa 2 - 3 Tage
Keinen Druck und Reibung (Kleidung , Gürtel usw.) an der gepiercten Stelle
Richtige Schmuckgröße (Ring oder Banane sollten nicht zu groß sein)
Für den Ersteinsatz sollte in jedem Fall sterilisierter Schmuck eingesetzt werden, wir empfehlen Titan PTFE oder PMFK

Auch nach der Abheilung sollte man die Pflege des Piercings nicht vernachlässigen. Das heißt beim Duschen oder Waschen das Piercing hin und her drehen und den Stichkanal ausspülen, da sich dort Schmutz, Schweiß und Talg absetzen können. Durch den Zersetzungsprozess von Talg und Schweiß kann sich ein bereits abgeheiltes Piercing neu entzünden. Sollte eine Entzündung auftreten, bitte das Piercing nicht entfernen, da sich sonst der Entzündungsherd verkapseln kann und ein abfließen des Eiters verhindert wird. Der Stichkanal sollte 2x am Tag mit Tyrosurgel betupft bewerden. Auch solltest Du Dich in diesem Fall an einen Piercer oder Arzt wenden (der sollte aber etwas Erfahrung mit Körperschmuck haben). Außerdem sollte man das Piercing, wenn man mal keinen Schmuck tragen möchte, nicht zu lange offen lassen, da sich der Stichkanal (je nach gepiercter Stelle) innerhalb von Stunden verschließen kann und ein wiedereinsetzten unter Umständen unmöglich ist.

Haut -und Knorpelpiercing
Bei starker Verkrustung und in den ersten Wochen solltest Du zwei- bis dreimal täglich Dein frisches Piercing pflegen. Zuerst die Hände gründlich waschen oder desinfizieren (mit Arztseife oder Sterilium), gibt es in der Apotheke. Danach solltest Du die gepiercte Stelle mit Wasser einweichen damit sich die Verkrustungen mit einem nassen Wattestäbchen leichter entfernen lassen (aber vorsichtig!!). Dann etwas Kochsalzlösung oder Kamillosan auf die beiden Einstichstellen auftragen und den Schmuck mehrmals in beide Richtungen bewegen, damit das Mittel seine Wirkung entfalten kann.
Auch hier gilt: jeder weniger desto besser. Bei einem Pflegemittel bleiben und nicht ständig wechseln, weil sich dann der Körper nicht auf das Mittel einstellen kann.

Zungenpiercing

Vor dem Piercen:
Solltet Ihr dies beachten:
gut essen reichlich Flüssigkeit zu Euch nehmen ( kein Kaffee o.ä.) am besten Wasser oder Fruchtsaftschorle
keine Schmerzmittel wie z.B. Aspirin, ASS 500 o.ä., diese erhöhen die Blutungsneigung
kein Alkohol
keine Drogen

Risiken:
Ein guter Piercer wird beim Einsetzen des Stabes auf eine ausreichende Länge und die richtige Position achten. Die Länge des Barbells (der eingesetzte Schmuck) sollte nicht unter 20 mm liegen, besser 22 mm, da die Zunge zwischen einem Drittel bis zur Hälfte ihrer normalen Dicke anschwellen kann. Ist der Barbell zu kurz, wird die Verheilung durch die verursachte Reibung und dem Druck behindert und kann sogar zum Einwachsen des Stabes führen. Die Schwellung geht nach 3 und 5 Tagen wieder zurück.
Ein Durchstechen des Zungenbändchens sollte vermieden werden, da dieses sehr schmerzhaft ist und die untere Verschlusskugel einen permanenten Reiz darauf ausübt. Gerade beim Piercen der Zunge besteht eine erhöhte Infektionsgefahr, denn die Mundhöhle ist voller Bakterien. Es kann zu massiven Schwellungen der Zunge und sogar zur Blutvergiftung kommen.
Ebenso ist darauf zu achten, dass die Blutgefässe unter der Zunge nicht beschädigt werden, diese sind jedoch deutlich sichtbar sodass hier normalerweise keine Gefahr besteht.
Das wichtige Nerven verletzt werden ist sehr unwahrscheinlich, jedoch auch nicht völlig auszuschließen.

Die richtige Position ist wichtig um ein unabsichtliches Anstoßen der Kugeln an den Zähnen zu vermeiden, da es beim Anschlagen der Metallkugeln an die Zahnoberfläche zu sogenannten Mikroabplatzungen bzw. -brüchen führen kann.
Selbstverständlich kann es auch zu Allergien und Abstoßungsreaktionen auf das verwendete Material kommen.

Problematisch ist beim Zungenpiercing nach wie vor die Hygiene. Denn in vielen Kosmetik- bzw. Tattoo-Studios werden beim Setzen des Piercings die minimalen hygienischen Voraussetzungen immer noch nicht eingehalten. So ist die Anschaffung eines Gerätes zur Sterilisierung der verwendeten Instrumente leider immer noch nicht selbstverständlich - die Übertragung von Krankheitserregern (im schlimmsten Fall Hepatitis oder HIV) ist vorprogrammiert.

Pflege:
Die erste Woche sollte man auf folgendes verzichten:
Rohmilchprodukte wie Joghurt, Käse, Quark, Milch usw.
Fruchtsäfte, Früchte
Hefe, Hefeprodukte
Laugengebäck
Oralsex auch kein Knutschen
scharfe oder saure Speisen
rauchen (mind. 3 Tage)

Dein Zungenpiercing solltest Du besonders aufmerksam pflegen, solange die Zunge noch geschwollen ist. Mehrmals täglich sollte der Mund mit einem antibakteriellen Mundwasser gespült werden (z.B. Esemdent oder Betaisadona Mundspüllösung (alkoholfrei)). Ab und zu einen Eiswürfel lutschen hält die Schwellung in Grenzen und wenn man die Eiswürfel aus Kamillentee macht ist das eher von Vorteil. Bei größeren Schmerzen könnt Ihr auf "Dolo Dobendan" zurückgreifen. Das sind Lutschtabletten aus der Apotheke, die betäubend wirken, desinfizierend und die Schleimhaut etwas abschwellen lassen.

Intimpiercing

Kein Sex, auch nicht Oral bis zur endgültigen Verheilung
Keine Berührung mit ungewaschenen Händen an der gepiercten Stelle

Beim Intimpiercing ist Sauberkeit ein absolutes muss. Die Pflege ist ähnlich der des Hautpiercings, da jedoch die Schleimhäute empfindlicher auf Desinfektionsmittel reagieren, solltest Du Dich nach schonenden Alternativen umsehen. (Wasserstoffperoxyd in 3%iger Lösung oder Betaisadona Lösung beides in der Apotheke) Auch eine Behandlung mit Eigenurin hat sich bewährt. Danach gelten die gleichen Regeln wie beim Hautpiercing!